Das Ende des Welthungers? Gesunde Nahrung aus Mikropower

Nicht nur Klima- und Wirtschaftskrise gehören zu den großen Problemen unserer Tage, besonders der Welthunger entwickelt sich in Zeiten von rasant ansteigenden Bevölkerungszahlen in Verbindung mit knapper werdenden Ressourcen zu einem immer ernsteren Problem. Während Großkonzerne auf teils zweifelhafte Weise versuchen, gentechnisch veränderte Organismen als vermeintlichen Lösungsansatz zu vermarkten, stellte Peter H. Arras, Zoologe und Geschäftsführer der "Aktion konsequenter Tierschutz" (AKT), im vergangenen Jahr auf Einladung des EU-Agrarministers Ciolos in Brüssel ein äußerst vielversprechendes Konzept vor. Anlässlich der aktuell erneut bekannt gewordenen Futtermittelskandale fragt Arras in der nachfolgend für Sie wiedergegebenen Pressemitteilung nach der Zukunft der weltweiten Nahrungsmittelversorgung und erklärt, wie mit der Effizienz von Kleinstlebewesen die Probleme der Welt gelöst werden könnten.
Gift im Fleisch, Antibiotika in der Mast, Tierseuchen – die Skandale reißen nicht ab und der Planet ächzt unter der Last von 7 Mrd. Menschen. Die Wälder werden gerodet, Meere geplündert, Wüsten wachsen, Hunger, Artensterben, brutale Ausbeutung der Tiere in der Landwirtschaft, Klimawandel, Naturkatastrophen, usw. Jetzt wartet der Gründer einer Denkfabrik zu den Themen Mitweltethik, Globalökologie und Tierschutz mit einer Idee auf, die eine Vielzahl dieser unlösbar erscheinenden Probleme bewältigen könnte – wenn Politik, Wissenschaft und Gesellschaft dies wollten.

„Bioreaktoren und –fermenter“ lautet die Antwort von Peter H. Arras (44), Gründer des AKT Institus für Mitweltethik, auf die ständig wachsenden Probleme mit allen damit einher gehenden Nebenwirkungen wie jetzt z. B. der Dioxinskandel. Seine Idee: Mikroorganismen könnten Zellulose von Gräsern in Biofermentern zu hochwertigen und reinen Nährstoffen umwandeln, wie dies die Wiederkäuer seit 20 Mio. Jahren in ihren Vormägen leisteten. Auch Gras- und Blattschneiderameisen züchteten spezielle Pilze, von denen sich diese vollwertig ernährten und sogar Affenarten gäbe es, die mit Vormägen Baumblätter in Proteine umwandelten, so Arras. Anstatt das CO2, das in Heizkraftwerken anfällt, unter die Erde zu pumpen, könnte man es in Phytoreaktoren mithilfe von Algen zu Nährstoffen, Biodiesel und anderen Kohlenstoffen umwandeln, was Energiekonzerne wie Vattenfall und Esso bereits erprobten. Weltweit gäbe es jedoch laut Arras Recherchen noch keine Bestrebungen, nachwachsende Zellulose als Nährboden für tierische Mikroben einzusetzen.
Die Vorteile lägen auf der Hand: Riesige Flächen, auf denen ökologisch intakte Wiesen wüchsen, die die Böden vor Erosion und Austrocknung schützten, würden anstatt der bisherigen Nutzpflanzen angebaut. Durch die hohe Nährstoffbilanz könnten weltweit Flächen an die Natur zurückgegeben bzw. renaturiert werden. Durch diese neue Industrie, die auch Arbeitsplätze schüfe, wäre man unabhängiger von Klimaschwankungen, der Grundwasserspiegel würde trotz Temperaturanstieg steigen. Weltweit könnten Waldrodungen eingestellt, massive Wiederaufforstung betrieben und die Ozeane völlig geschützt werden, so dass die wachsende Biomasse das freigesetzte CO2 binden könnte. Arras hat sein Konzept im Sommer 2010 dem EU- Agrarkommissar Ciolos auf einer Konferenz überreicht und sucht nun für seine Innovation Unterstützung aus Politik, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft – denn die Zeit dränge. Heute hätten ein Mrd. Menschen keinen regulären Zugang zu Wasser und Nahrung – 2050 würden es laut UNO drei Mrd. sein, was Kriege nach sich zöge.
Der AKT- Gründer wurde 2002 von der Hans-Rönn-Stiftung „Menschen für Tiere“ für seine Verdienste im Tierschutz und für seine Mitweltethik mit einem Preis geehrt.
Nach 15 Jahren in Karlsruhe hat die AKT gGmbH ihren Sitz im Juli 2004 nach Biedesheim verlegt, wo sie eine hochmoderne Tierhaltung und u.a. eine Tropenhalle für Exoten und Reptilien betreibt.
- Zu AKT Mitweltethik
- Ausführlicher Aufsatz von Peter H. Arras zur mikrobiellen Proteinsynthese aus Zellulose
Schematische Animation zur grundsätzlichen Funktionsweise der BiFI